Krebsschmerzen

Unter Krebsschmerz leiden besonders Patienten mit Krebsabsiedlungen im Knochen oder bestimmten Tumoren der Bauchspeicheldrüse. Wie dieser Schmerz seinen Anfang nimmt, haben Wissenschaftler am Universitätsklinikum Heidelberg um Professor Dr. Rohini Kuner und am Deutschen Krebsforschungs­zentrum um Professor Dr. Hellmut Augustin nun entdeckt: Schütten Tumoren bestimmte Botenstoffe aus, um das Wachstum neuer Blutgefäße in ihrer Umgebung anzuregen, reagieren benachbarte Nervenzellen empfindlich. Das macht sie übersensibel für Schmerzreize. Der Sensor für diese Botenstoffe ist ein sogenanntes Rezeptorprotein (VEGF-Rezeptor 1), das zwar schon länger bekannt ist, über dessen genaue Funktion man bisher aber noch wenig weiß. Es kommt in Blutgefäßen und Nerven­endigungen vor. Wird es im Experiment blockiert, lindert das die Tumorschmerzen.

Was hilft gegen Tumorschmerzen? Die schnellste und wirksamste Linderung bieten Medikamente. Sie helfen dabei, die Zeit zu überbrücken, bis eine ursächliche Behandlung der Tumorerkrankung greift, das Tumorwachstum gestoppt oder gebremst wird und die Schmerzen nachlassen. Lässt sich die Erkrankung nicht dauerhaft in Schach halten, sorgen Schmerzmittel dafür, dass man durch die Beschwerden nicht unnötig an Kraft und Lebensqualität verliert. Andere Verfahren können die medikamentöse Tumorschmerztherapie ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen. Daher sollte man als Patient auf Medikamente auch nicht verzichten: Richtig angewendet, machen Schmerzmedikamente nicht abhängig und haben auch sonst vergleichsweise wenige Nebenwirkungen.